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vernachlässigten Säuglingen war da und der A
gehen, und das Schwüle aus den Betten mannbarer Knaben. Und vieles ha tte sich
dazugesellt, was von unten gekommen war, aus dem Abgrund der Gasse, die
verdunstete, und anderes war von oben herabgesickert mit dem Regen, der über den
Städten nicht rein ist. Und manches hatten die schwachen, zahm geword enen Hauswinde,
die immer in derselben Straße bleiben, zugetragen, und es war noch vi eles da, wovon
man den Ursprung nicht wußte. Ich habe doch gesagt, daß man alle Mauern abgebrochen
hatte bis auf die letzte -? Nun von dieser Mauer spreche ich fortwährend. Man wird sagen,
ich hätte lange davorgestanden; aber ich will einen Eid geben dafür, daß ich zulaufen
begann, sobald ich die Mauer erkannt hatte. Denn das ist das Schreckliche, daß ich sie
erkannt habe. Ich erkenne das alles hier, und darum geht es so ohne weiteres in mich ein:
es ist zu Hause in mir.
Ich war etwas erschöpft nach alledem, man kann wohl sagen angegriffen, und darum war
es zuviel für mich, daß auch er noch auf mich warten mußte. Er wartete in der kleinen
Crémerie, wo ich zwei Spiegeleier essen wollte; ich war hungrig, ich war den ganzen Tag
nicht dazu gekommen zu essen. Aber ich konnte auch jetzt nichts zu mir n ehmen; ehe die
Eier noch fertig waren, trieb es mich wieder hinaus in die Straßen, die ganz dickflüssig von
Menschen mir entgegenrannen. Denn es war Fasching und Abend, und die Leu te hatten
alle Zeit und trieben umher und rieben sich einer am andern. Und ihre Gesichter waren
voll von dem Licht, das aus den Schaubuden kam, und das Lachen quoll aus ihren
Munden wie Eiter aus offenen Stellen. Sie lachten immer mehr und drängten sich immer
enger zusammen, je ungeduldiger ich versuchte vorwärts zu kommen. Das Tuch eines
Frauenzimmers hakte sich irgendwie an mir fest, ich zog sie hinter mir h er, und die Leute
hielten mich auf und lachten, und ich fühlte, daß ich auch lachen sollte, aber ich konnte es
nicht. Jemand warf mir eine Hand Confetti in die Augen, und es brannte wie eine Peitsche.
An den Ecken waren die Menschen festgekeilt, einer in den andern geschob en, und es
war keine Weiterbewegung in ihnen, nur ein leises, weiches Auf und Ab, a ls ob sie sich
stehend paarten. Aber obwohl sie standen und ich am Rande der Fahrbahn, wo es Risse
im Gedränge gab, hinlief wie ein Rasender, war es in Wahrheit doch so , daß sie sich
bewegten und ich mich nicht rührte. Denn es veränderte sich nichts; wenn ich aufsah,
gewahrte ich immer noch dieselben Häuser auf der einen Seite und auf der anderen die
Schaubuden. Vielleicht auch stand alles fest, und es war nur ein Schwind el in mir und
ihnen, der alles zu drehen schien. Ich hatte keine Zeit, darüber nach zudenken, ich war
schwer von Schweiß, und es kreiste ein betäubender Schmerz in mir, als ob in meinem
Blute etwas zu Großes mittriebe, das die Adern ausdehnte, wohin es kam. Und dabei
fühlte ich, daß die Luft längst zu Ende war und daß ich nur mehr Ausgeatmetes einzog,
das meine Lungen stehen ließen.
Aber nun ist es vorbei; ich habe es überstanden. Ich sitze in meinem Zimmer bei der
Lampe; es ist ein wenig kalt, denn ich wage es nicht, den Ofen zu versuc hen; was, wenn
er rauchte und ich müßte wieder hinaus? Ich sitze und denke: wenn ich nicht arm wäre,
würde ich mir ein anderes Zimmer mieten, ein Zimmer mit Möbeln, die nicht so
aufgebraucht sind, nicht so voll von früheren Mietern wie diese hier. Zuerst war es mir
wirklich schwer, den Kopf in diesen Lehnstuhl zu legen; es ist da näm lich eine gewisse
schmierig-graue Mulde in seinem grünen Bezug, in die alle Köpfe zu passen scheinen.
Längere Zeit gebrauchte ich die Vorsicht, ein Taschentuch unter meine Haare zu legen,
aber jetzt bin ich zu müde dazu; ich habe gefunden, daß es auch so geht und daß die
kleine Vertiefung genau für meinen Hinterkopf gemacht ist, wie nach M aß. Aber ich würde
mir, wenn ich nicht arm wäre, vor allem einen guten Ofen kaufen, und ich würde das reine,
starke Holz heizen, welches aus dem Gebirge kommt, und nicht diese trost losen têtes-
demoineau, deren Dunst das Atmen so bang macht und den Kopf so wirr. Und dann
müßte jemand da sein, der ohne grobes Geräusch aufräumt und der das Feuer besorgt,
wie ich es brauche; denn oft, wenn ich eine Viertelstunde vor dem Ofen k nien muß und
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