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Geräusch bist du. Und du hältst
es vor dich und sagst: ich bin es, erschrick nicht. Und du
stellst es hin, langsam, und es ist
kein Zweifel: du bist es, du bist das Licht um die gewohnten
herzlichen Dinge, die ohne Hintersinn da sind, gut, einfältig, eindeutig.
Und wenn es unruhigt
in der Wand irgendwo, oder einen Schritt macht in den Dielen: so
lächelst du nur, lächelst,
lächelst durchsichtig auf hellem Grund in das bangsame Gesicht,
das an dir forscht, als wärst du
eins und unterm Geheimnis mit jedem Halblaut, abgeredet
mit ihm und einverstanden. Gleicht eine
Macht deiner Macht in der irdischen Herrschaft? Sieh,
Könige liegen und starren, und der Geschichtenerzähler kann sie nicht
ablenken. An den
seligen Brüsten ihrer Lieblingin überkriecht sie das Grauen un d macht
sie schlottrig und
lustlos. Du aber kommst und hältst das Ungeheuere hinter dir und bist ganz
und gar vor ihm;
nicht wie ein Vorhang, den es da oder da aufschlagen kann. Nein , als hättest
du es überholt
auf den Ruf hin, der dich bedurfte. Als wärest du weit allem zuvorgekommen,
was kommen kann,
und hättest im Rücken nur dein Hereilen, deinen ewigen Weg, den
Flug deiner Liebe.
Der Mouleur,
an dem ich jeden Tag vorüberkomme, hat zwei Masken neben seiner Tür
ausgehängt.
Das Gesicht der jungen Ertränkten, das man in der Morgue abnahm,
weil es schön war, weil es lächelte,
weil es so täuschend lä chelte, als wüßte es. Und
darunter sein wissendes Gesicht. Diesen
harten Knoten aus fest zusammengezogenen Sinnen.
Diese unerbittliche Selbstverdichtung fortwährend ausdampfen wollender Musik.
Das Antlitz dessen,
dem ein Gott das Gehör verschlossen hat, damit es keine Klänge
gäbe, außer seinen. Damit
er nicht beirrt würde durch das Trübe und Hinfällige der
Geräusche. Er, in dem ihre Klarheit
und Dauer war; damit nur die tonlosen Sinne ihm Welt eintrügen,
lautlos, eine gespannte, wartende Welt, unfertig, vor der Erschaffung des
Klanges. Weltvollendender:
wie, was als Regen fällt über die Erde und an di e Gewässer, nachlässig
niederfällt,
zufällig fallend, - unsichtbarer und froh von Gesetz wieder aufsteht aus
allem und steigt
und schwebt und die Himmel bildet: so erhob sich aus dir der Aufstieg unserer
Niederschläge
und umwölbte die Welt mit Musik. Deine
Musik: daß sie hätte um die Welt sein dürfen; nicht um uns. Daß
man dir ein Hammerklavier
erbaut hätte in der Thebaïs; und ein Engel hätte dich hingeführt
vor das einsame
Instrument, durch die Reihen der Wüstengebirge, in denen Könige ruhen
und Hetären
und Anachoreten. Und er hätte sich hoch geworfen und fort, ängstlich,
daß du begännest.
Und dann hättest
du ausgeströmt, Strömender, ungehört; an da s All zurückgebend,
was nur das All
erträgt. Die Beduinen wären in der Ferne vorbeigejagt, abergläubisch;
die Kaufleute
aber hätten sich hingeworfen am Rand deiner Musik, als wärst du der
Sturm. Einzelne
Löwen nur hätten dich weit bei Nacht umkreist, erschrocken vor sich
selbst, von ihrem
bewegten Blute bedroht. Denn
wer holt dich jetzt aus den Ohren zurück, die lüstern sind? Wer treibt
sie aus den Musiksälen,
die Käuflichen mit dem unfruchtbaren Gehör, das hurt und niemals empfängt?
da strahlt Samen
aus, und sie halten sich unter wie Dirnen und spielen damit, oder er fällt,
während
sie daliegen in ihren ungetanen Befriedigungen, wie Samen Onans zwischen sie
alle. Wo
aber, Herr, ein Jungfräulicher unbeschlafenen Ohrs läge bei deinem Klang:
er stürbe an
Seligkeit oder er trüge Unendliches aus und sein befruchtetes Hirn müßte
bersten an lauter
Geburt.
Ich
unterschätze es nicht. Ich weiß, es gehört Mut dazu. Aber ne hmen
wir für einen Augenblick
an, es hätte ihn einer, diesen Courage de luxe, ihnen nach zugehen, um dann
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